Natur ::: Spur

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Mit der letzten Ausstellung in diesem Jahr stellt der Kunstverein Bad Nauheim e.V. eine ganz außergewöhnliche Künstlerin vor: Von dendritisch gewachsenen Verästelungen zu mäandernden Flussläufen, von Kapillargefäßen zu neuronalen Netzwerken im Gehirn erzählen die Werke von Cordula Hesselbarth, die ab Samstag, den 16. November 2019 in der Galerie Trinkkuranlage zu sehen sind.

Der Vereinsvorstand lädt Sie, Ihre Freunde und Familien herzlich zur Vernissage am Freitag, den 15. November, um 19.00 Uhr ein.

Die in Kassel geborene Künstlerin und Professorin für mediengestützte Wissenschaftsillustration, Cordula Hesselbarth, zeigt im Kunstverein Bad Nauheim Ausschnitte aus vier Werkgruppen: »Flugspuren«, »Lichtspuren«, »Naturschrift« und »Wachsen & Gewebe«. Das verbindende Element ist dabei das Nachspüren von Zeichnung und Linienformation, wie sie in der Natur vorkommen, gebildet von natürlichen Kräften, die uns staunen lassen.

Gerade in Zeiten des Klimawandels scheint dieser gesetzte Fokus aktueller denn je. So führt uns die Künstlerin mit Lichtreflexen, Schattenlinien in die Welt der Pflanzenwelt, macht Strukturen sichtbar und folgt Bewegungsspuren mit dem Zeichenstift. Gleichzeitig nutzt sie Dynamiken von Flüssigkeiten, Gravitation oder Wachstumsbewegungen von organischem Material zur Erzeugung ihrer Bilder. In linearen Wasserreflexionen oder skulpturalen Verschlingungen von Wurzelwerk entdeckt sie Zeichnungen oder Kalligrafien, gleichsam einer „Naturschrift“. Indem sie solche Naturspuren einfängt, isoliert, nachzeichnet oder weiter malt, erschließen sich ihr neue Formen und Bildsprachen. Hesselbarth arbeitet mit digitalen Werkzeugen und manuellen Mitteln, nutzt Fotografie und Film, arbeitet mit virtueller Simulation oder Verfremdung. Sie nähert sich Spuren der Natur in großformatigen Malereien, digitalen und manuellen Zeichnungen sowie Licht- und Videoinstallationen.

Mit forschendem Blick entdeckt die Künstlerin visuelle Verwandtschaften von Strukturen und stellt poetische Querverbindungen her. Mal taucht sie in die Mikrowelt ab, mal fängt sie Himmelserscheinungen in ihren Bildern ein. Reale Natur mischt sich mit Vorstellungen und Extrakten aus Gesehenem oder Erlebten. Vieles in ihrem künstlerischen „Kosmos“ scheint lebendig zu existieren, durch den Raum zu flattern oder zu fließen, Spuren im Dreidimensionalen zu hinterlassen und entpuppt ich doch als Teil einer rätselhaften Schein-Natur. Hesselbarth geht es nicht darum, Natur abzubilden, vielmehr schaut sie hinter die Oberfläche, analysiert und erfasst die inneren Strukturen und Gesetzmäßigkeiten der Objekte.

Was die Künstlerin interessiert, sind nicht greifbare Gegenstände, sondern deren Verhalten oder Bewegungen, sie möchte das dahinterliegende Prinzip, die immanente Regelhaftigkeit erforschen und in Bilder transformieren. Bewegung ist ein zentrales Element ihrer Arbeit. Das großformatige Bild »Schwingen« (2019, Mischtechnik auf Lwd., 80 x 240 cm) beschreibt eine Bewegung durch den Raum, sei es in Luft oder Wasser oder auch im virtuellen Raum. Die riesige Schwinge spielt an die Eigenschaft des Ephemeren und Flüchtigen an, man könnte beim Betrachten auch an einen Bewegungsablauf denken, an ein Schwingen oder Schweben, etwas, das zunächst fällt, dann eintaucht und daraufhin wieder abhebt. Es ist ein Versuch, Dynamik darzustellen, ohne die sich bewegende Materie zu zeigen, also die pure Bewegung zu extrahieren. Ein Ding der Unmöglichkeit: man kann den Vogelflug nicht darstellen, ohne den Vogel zu zeigen. Es wäre ein Paradoxon, dem die Künstlerin doch immer wieder versucht, sich anzunähern.

Viele ihrer Arbeiten scheinen Momentaufnahmen von Prozessen zu sein, die Bewegungen nachvollziehen oder festhalten. Speziell für die Ausstellung erschafft die Künstlerin eine ortsbezogene Videoinstallation für die Rotunde, die die besondere Akustik des Ortes aufnimmt. Schemenhafte Lichtspuren an den Wänden spielen mit den mannigfaltigen Erscheinungen von Natur: Linienspiele, Punktwolken, Lichtreflexe, aufsteigende Blasen, herabfallende oder auffliegende Zeichen verhalten sich nach physikalischen Regeln der Natur und sind doch nicht real. Sie scheinen die Gesetzmäßigkeiten der Natur sichtbar zu machen.

Merken Sie sich jetzt schon unsere Finissage mit Künstlergespräch vor. Am Sonntag, den 29. Dezember um 15.00 Uhr lädt der Vorstand des Kunstvereins Bad Nauheim eV. zum Gespräch mit Cordula Hesselbarth ein. Gemeinsam wollen wir das Jahr ausklingen lassen.

Cordula Hesselbarth, Jahrgang 1965, arbeitet und lebt in Münster sowie in Spanien, wo sie in den 1980er Jahren über mehrere Jahre künstlerisch tätig war. Sie studierte an der Fachhochschule für Gestaltung Hamburg, an der Kunstakademie Münster und an der Fachhochschule Münster. Seit 2002 ist sie Professorin an der Münster School of Design (MSD) der Fachhochschule Münster. Hesselbarth bewegt sich mit ihrer Arbeit in einem Spannungsfeld zwischen Kunst und Wissenschaft.

KRONOGRAFIE Zweitausend. Work in progress.

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Nonkonformistischer Appell der Gegenwart von Horst Haack im Kunstverein Bad Nauheim e.V.

Seit 1981 arbeitet der 1940 in Neubrandenburg geborene Horst Haack an einem gezeichneten, gemalten, fotografierten geschriebenen und collagierten Tagebuch – einem Projekt künstlerischer Selbst- und Weltreflexion. Alltägliche Fundstücke, anatomische Darstellungen und surreale oder phantastische Szenen verbinden sich zu einem Kompendium, das als zeithistorische Quelle und als künstlerisches Lebenswerk verstanden werden kann. Aus dem Verschmelzen von (Hand-)Schrift, Fotos, Grafik, Comics, Zeichnungen, Gemälden und drei Sprachen, von eigener Äußerung und prüfender Aneignung, schafft der Künstler ein Welt- und Zeit-Panorama.

Kernstück der Ausstellung ist eine architektonische Installation aus drei ineinander gestellten Kuben in labyrinthischer Anordnung, deren 12 Wände beidseitig mit 162 Tafeln und 4860 Original-Einzelblättern bestückt sind. Die Kuben bilden Räume im Raum, in denen die Betrachter eingeschlossen werden. Diese Dreidimensionalität verstärkt die Wirkung des Kunstwerkes und schafft den Raum für eine intensive inhaltliche Auseinandersetzung. Unter den zeitgenössischen Künstlern nimmt Horst Haack mit seinen Arbeiten eine Sonderstellung ein – dies zu zeigen wird Ziel der Ausstellung in den Räumen der Galerie Trinkkuranlage sein.

Neben dem Kubus mit Originalarbeiten zeigt Horst Haack vergrößerte Drucke aus zwei weiteren Zyklen: „Apokalypse“ nach der Offenbarung des Johannes und die „Nachricht aus dem Toten Trakt“, in dem sich der Künstler mit einem Brief aus der Haft von Ulrike Meinhof auseinandersetzt.
Dass Horst Haack aus seinen zahlreichen Zyklen gerade „Kronografie Zweitausend“, „Apokalypse“ und „Nachricht aus dem Toten Trakt“ für die Ausstellung im Kunstverein Bad Nauheim e.V. ausgewählt hat, deren Grundstimmung von Leere, Düsternis, Unheil und Hoffnungslosigkeit gekennzeichnet sind, belegt seine künstlerische und gedankliche Absicht. Sein Werk will nicht gefallen. Es ist ein nonkonformistischer Appell an den Betrachter, die Welt wachsam aufzunehmen und kritisch zu reflektieren.

Es ist den intensiven Bemühungen des Vereinsvorstandes, insbesondere der Arbeit von Johannes Lenz zu verdanken, Horst Haack für Bad Nauheim gewonnen zu haben.

Die Vernissage findet am Freitag, den 27. September um 19 Uhr statt, der Künstler ist anwesend.

Bis zum 3. November kann die Ausstellung zu den bekannten Öffnungszeiten besucht werden: Di-Frei 14-18, Sa, So und feiertags 11-18 Uhr.

Schichtungen

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Die neue Ausstellung hat für Sie bis zum 4. August geöffnet.

Zur Vernissage lädt sehr herzlich der Kunstverein Bad Nauheim mit den Künstlern und der Stadt Bad Nauheim zur Eröffnung ein. Es begrüßen Sie  der Vorsitzende Jens Arnold und der Erste Stadtrat Peter Krank. Für die Einführung freuen wir uns sehr über die Unterstützung von Dr. habil. Iris Maria Gniosdorsch.

Schicht für Schicht…

Abgetragen und aufgetragen. Vielschichtig formuliert. Kunst schafft Räume. Oder Illusionen? Malerei und Skulptur – ein verblüffender Reichtum, deren spielerische Anmutung in einen sich anziehenden Kontrast tritt: Eckhard Gehrmann und Christoph Jakob stellen erstmals gemeinsam in der Galerie der Trinkkuranlage aus.

Die Bilder von Eckhard Gehrmann sind nicht an den Gegenstand gebunden, sie weisen in Kolorit und Formensprache eine Nähe zur Natur auf, die geprägt ist durch eine innere Verbundenheit und ein immerwährendes Zeichenstudium. Der Friedrichsdorfer Künstler verwebt meist mehrere Ebenen zu einem Bild – Schichtungen, die Raum vermitteln oder abstraktere, graphische Strukturen sein wollen. Überwältigend großformatig korrespondiert das Werk des ehemaligen Städel-Schülers mit den archaischen Steinskulpturen von Christoph Jakob.

Der Steinbildhauer lässt den Stein seine Geschichte erzählen. Er zwingt dem Stein keine gestalterische Idee auf, sondern lässt sie sich aus den natürlichen materiellen Gegebenheiten entwickeln. Sie entsteht Schicht für Schicht. So entstehen authentische Monumente, die Ruhe und Kraft ausströmen. Ruht die Skulptur erst auf ihrem Sockel, so ist von dem schweren Arbeitsprozess nichts mehr zu spüren.

Ab 29. Juni ist die Ausstellung samstags, sonntags und feiertags von 11-18 Uhr geöffnet, unter der Woche können Sie die Galerie dienstags bis freitags von 14-18 Uhr besuchen.

Ein Künstlergespräch mit beiden Künstlern ist für Sie am Freitag, 19. Juli, 17 Uhr in der Galerie der Trinkkuranlage geplant.

SCHALL UND STAUB – Serena Amrein und Barbara Hindahl

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Die Entstehung von Zeichnungen und projizierten Bildern kreiert simultan Schnalzen und Surren – ein Rhythmus von Knacken, Flöten und Aufjaulen, der zum Flow wird. Die Instrumente sind Schnüre und Pigmentpulver als auch Bürodrucker. Diese stehen im Fokus der Künstlerinnen Serena Amrein und Barbara Hindahl. In der Bad Nauheimer Galerie der Trinkkuranlage schaffen sie audiovisuelle Räume.

Normalerweise sieht und hört man nicht, wie Bilder entstehen. Der Künstler ist im Atelier. Der Stift schrappt über die Fläche, der Pinsel schlabbert über die Leinwand, mit einem Höllenlärm werden Fotos ausgedruckt. Dieser „Krach“ bildet das akustische Ausgangsmaterial für die beiden in der Galerie gezeigten Audiokompositionen. Der jeweilige Arbeitsablauf generiert den musikalischen Rhythmus. Arbeitsabfallgeräusche ordnen sich zu Tonfolgen. Diese werden auf mehreren Kanälen gespielt. Auf Videos sieht man das Entstehen von Bildern. In der Arbeit mehrspur von Serena Amrein baut sich wie bei einem Tintenstrahldrucker von Barbara Hindahl das Bild Linie für Linie langsam auf.

Flankiert werden diese Audio-Kompositionen von Zeichnungen. Was beide Künstlerinnen verbindet, ist Linie und Staub. Sich darauf einzulassen, Gewohntes neu wahrzunehmen und sich von diesen intensiven und gleichzeitig zarten Werken der beiden Künstlerinnen begeistern zu lassen, dazu laden wir, der Kunstverein Bad Nauheim, vom 4. Mai bis 16. Juni 2019 in die Galerie Trinkkuranlage ein.

Vernissage am Freitag, 3. Mai 2019, um 19 Uhr

Beide Künstlerinnen werden anwesend sein.
Die Einführung hält Kunsthistorikerin Julia Uti, Frankfurt.

Noch mehr erfahren Sie am Freitag, den 17. Mai, um 17 Uhr in einem Künstlergespräch, zu dem der Vorstand des Kunstvereins mit beiden Künstlerinnen einlädt. Beide Veranstaltungen sind öffentlich, der Eintritt ist frei. Um Spenden wird gebeten.

Barbara Hindahl lässt den Tintenstrahldrucker zum Musikinstrument werden. Das Bild wird vom hin und her rasenden schwarzen Druckknopf verdeckt und wieder frei gegeben. In schnellem Wechsel verschluckt er das Licht und gibt es wieder frei. Thema ihrer Werke sind Zeichen und Symbole der digitalen Welt, die inzwischen das Leben von uns allen berührt. In ihren Installationen schenkt sie dieser Welt ihre ganze Aufmerksamkeit, nutzt sie gleichsam als neues Ausdrucksmittel. Haben wir so schon einmal einem Drucker zugehört? Die in der Galerie Trinkkuranlage ausgestellte Video- und Rauminstallation lässt uns das Klangbild von Druckern völlig neu erkunden.

Genauer hinsehen muss der Besucher auch, wenn er sich ihren filigranen Zeichnungen nähern will: Millimeterpapier, ausgedruckte Typografien oder eben Staub. Nachgezeichnet in einer Feinheit, dass wir es kaum glauben können. Alles verbindend: eine Unterbrechung, ein Absatz, ein Aus-der-Logik-herausfallen, geschaffen um neue Perspektiven einzunehmen, denen der Besucher begegnen kann. Eine Perspektive, die das Werk der Mannheimer Künstlerin Barbara Hindahl mit der heute in Darmstadt lebenden Serena Amrein verbindet.

Serena Amrein, gebürtige Schweizerin, lässt Medien wie Garn, Seil oder Tau ihre Zeichnungen ausführen. Jeder Luftzug, der beim Schnalzen der Schnüre entsteht, ordnet den freiwerdenden Pigmentstaub um die Linie herum. Linien sind als Spur, als Abdruck lesbar.

Wie Bilder entstehen, sieht und hört man normalerweise nicht. Laufbewegungen, das Setzen einer Linie, der Aufprall der Schlagschnur, der Keilrahmen als Klangkörper. Die Künstlerin zeigt dies in ihrer Video-Installation mehrspur. Eine statische Videokamera zeichnet den kompletten Bildaufbau Linie für Linie auf. Unterschiedliche Mikrofone halten den Klang, der während des Arbeitsprozesses entsteht, fest. Klänge von dem minimalistischen Aufprall der Schlagschnur bis hin zu Lauf-, Kurbel- und Ziehgeräuschen.

[inside.art] 2019 in der Galerie Trinkkuranlage

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DIE KUNST FEIERN – MITGLIEDERAUSSTELLUNG DES KUNSTVEREINS BAD NAUHEIM

Es ist einer der wichtigsten Momente im Jahres-Zyklus des Kunstvereins: Die kunstschaffenden Mitglieder des Vereins stellen vom 15. März bis 22. April 2019 in der Galerie Trinkkuranlage aus.
„Mitglieder sind die tragende Säule des Vereins“, – ein Satz, der für alle Vereine gilt, doch er will auch mit Leben gefüllt sein. Der Kunstverein Bad Nauheim e.V. bietet deshalb seinen Mitgliedern eine ganz besondere Plattform: Mit dem im vergangenen Jahr geschaffenen Format [inside.art] war der Rahmen geschaffen, um die aktuellen Arbeiten der kunstschaffenden Vereinsmitglieder dem interessierten Publikum vorzustellen.

37 Mitglieder haben in diesem Jahr ihre Werke angemeldet und diese dem Juryteam  zur Auswahl übergeben. Neben Arbeiten langjähriger Mitglieder freut sich die Jury, bestehend aus  der 2. Vorsitzenden des Vereins, Karin Merchel, der Kunstlehrerin Helga Eiffler-Tillmann und dem ehemaligen Kulturamtsleiter Johannes Lenz, auf zahlreiche Arbeiten neuer Mitglieder. „Wir können auch in diesem Jahr das Publikum überraschen“, freut sich das Jury-Team nach der Auswahl der rund 84 Werke, die ab Freitagabend 15. März bis 22. April in der Galerie Trinkkuranlage zu sehen sein werden. Der im vergangenen Jahr neu formierte Vorstand hat den Abwärtstrend in den Mitgliederzahlen gestoppt  und konnte seitdem viele neue Mitglieder gewinnen. „Das macht sich nun auch in der Mitgliederausstellung bemerkbar,“ bestätigt die Gruppe einstimmig. So war es ein Leichtes, die künstlerische Vielfalt zu kuratieren. Die Vernissage zur Ausstellung am Freitag, den 15. März 2019 wird zum einen zur Plattform, auf der sich Künstlerinnen und Künstler interessierten Besuchern präsentieren,  zum anderen zum Vereinsfest, auf dem Mitglieder ihre Kunst feiern. Gemeinsam mit dem 1. Stadtrat, Peter Krank, werden die beiden Vorstandsvorsitzenden, Jens Arnold und Karin Merchel, die Ausstellung eröffnen.

Termine:

Vernissage [inside.art] 2019:  Freitag, 15. März 2019, 19.00 Uhr

Öffnungszeiten Galerie – Samstag, 16. März bis 22. April 2019:

Di – Frei  14-18 Uhr
Sa – So (und feiertags) 11 – 18 Uhr

Event während der Ausstellung: LESEKUR UND ROMANTHERAPIE anlässlich der Ernst-Ludwig-Buchmesse in der Galerie 23. März 2019, 19.00 Uhr, Eintritt 12€
Weiter Informationen unter kunstverein-bad-nauheim.de

MALEREI UND SKLUPTUR. Jupp Linssen und Zeljko Rusic.

Dagmar Reichardt Ausstellung, Uncategorized Leave a Comment

Das Jahr 2019 beginnen wir im Kunstverein Bad Nauheim mit zwei Künstlern, dem Maler Jupp Linssen und dem Bildhauer Zeljko Rusic. Vertreten durch die Galerie Reitz aus Köln, stellen die beiden Künstler Objekte in den Mittelpunkt, die den Raum ganz für sich einnehmen. Galeriemanagerin Angela Reitz freute sich über die Einladung des Kunstvereins: „Die lichtdurchfluteten Galerieräume des Kunstvereins bieten sich an, die Werke der beiden Künstler in Dialog treten zu lassen.“ In Zusammenarbeit mit dem Vorstand entstand schlussendlich der Gesamteindruck, der sich Mitgliedern und Besuchern nun sechs Wochen lang in der Trinkkuranlage bietet.

Jupp Linsen

Ein Bild ist es nicht, was der Maler Jupp Linssen mit nach Bad Nauheim bringt: Er rückt seine Arbeiten heraus aus den üblichen zwei Dimensionen und hebt sie physisch in eine greifbare, dritte Dimension, um den Objekten gleichsam metaphysische Tiefe und Bedeutsamkeit zu verleihen. Fundstücke aus Zinkblech, Holz oder oxydiertes Eisen lässt Linssen zum Bestandteil seiner Bildobjekte werden. Sein Bezug zu diesen Findlingen wird in der texturorientierten Malerei aufgenommen, die ästhetische Grenze zwischen Vorgefundenem und künstlerisch Hergestelltem wird bewusst aufgehoben. Die fertigen Bildobjekte werden aus einer sinnlichen zu einer dinglichen Barriere im Raum des Betrachters. Für den 1957 geborene  Maler ist das Formschöne unwichtig, jedenfalls insoweit, als der Bildkörper nicht in Rahmen gezwängt, die Oberfläche nicht glatt und das Material nicht neu sein muss. Seinen Arbeiten für den Raum geht es um Glaubwürdigkeit.  Sie verheimlichen ihre Entstehung nicht, man spürt ihr Handwerk im Spannungsfeld zwischen romantischen Elementen und pragmatischen Notwendigkeiten.

Zeljko Rusic

Auch die Skulpturen des 10 Jahre jüngeren Zeljko Rusic sprechen die ganz deutliche Sprache des Handwerks. Der Bildhauer lässt sich nicht mit gängigen Maßstäben messen, seine Objekte sind figurativ und abstrakt zugleich, sie nehmen den Raum ein und überlassen es dem Betrachter, ihre Geschichte zu entdecken. Rusic belässt das Material Holz durchweg in seiner natürlichen Struktur und Konsistenz, betont bei einigen Arbeiten aber besonders die Struktur, indem er das Holz samtartig schwarz flämmt oder weißt. Mal fein, mal kräftig mit bewusst rauen Schnitten, Riefen und Rissen einbezogen, gestaltet der Künstler seine Menschenbilder, die dadurch einen unverwechselbaren, ganz persönlichen Ausdruck erhalten. Seine besondere Empathie für das Material Holz fordert den Bildhauer heraus, die Widerstände des Materials zu überwinden und auszutesten, was gerade noch machbar ist. Immer wieder provoziert er damit ein fast ungläubiges Staunen beim Betrachter darüber, wenn sie erfahren, dass die Kunstwerke in der Regel aus einem Holzblock gefertigt wurden – und dann noch mit einem der rauesten Holzbearbeitungsgeräte, der Kettensäge.

Rusic: Skulptur aus Cordenstahl

Linssen: Ohne Titel

Für den Kunstverein bildet die Ausstellung mit diesen beiden, international beachteten Künstlern den Auftakt in eine Serie hochkarätiger und gleichsam abwechslungsreicher Ausstellungen in diesem Jahr. „Wir konnten noch in 2018 alle Termine und Künstler für unsere Galerie festmachen, das kann sich sehen lassen,“ wirft Vereinsvorsitzender  Jens Arnold einen Blick auf die Jahresplanung. Der erst in 2018 angetretene 8-köpfige Vorstand legt damit schon im Januar einen Jahresflyer mit allen Terminen und Künstlern vor. Sie liegen im Rathaus sowie der Tourist-Information aus und können beim Besuch in der Galerie mitgenommen werden. Der Vorstand um Jens Arnold lädt am 25. Januar 2019, um 19.00 Uhr zur Vernissage in die Galerie der Trinkkuranlage ein und freut sich auf reges Interesse der Mitglieder und der Öffentlichkeit.

Ab Samstag, den 26. Januar, kann die Ausstellung bis 3. März zu den bekannten Öffnungszeiten besucht werden.