KRONOGRAFIE Zweitausend. Work in progress.

Ein nonkonformistischer Appell der Gegenwart. Horst Haack im Kunstverein Bad Nauheim e.V.

Seit 1981 arbeitet der 1940 in Neubrandenburg geborene Horst Haack an einem gezeichneten, gemalten, fotografierten geschriebenen und collagierten Tagebuch – einem Projekt künstlerischer Selbst- und Weltreflexion. Alltägliche Fundstücke, anatomische Darstellungen und surreale oder phantastische Szenen verbinden sich zu einem Kompendium, das als zeithistorische Quelle und als künstlerisches Lebenswerk verstanden werden kann. Aus dem Verschmelzen von (Hand-)Schrift, Fotos, Grafik, Comics, Zeichnungen, Gemälden und drei Sprachen, von eigener Äußerung und prüfender Aneignung, schafft der Künstler ein Welt- und Zeit-Panorama. Kernstück der Ausstellung ist eine architektonische Installation aus einem labyrinthisch begehbaren Kubus, dessen Wände mit 4860 Original-Einzelblättern bestückt sind.

„Apokalypse“ nach der Offenbarung des Johannes und die „Nachricht aus dem Toten Trakt“ in dem sich der Künstler mit einem Brief aus der Haft von Ulrike Meinhof auseinandersetzt, sind Arbeiten aus zwei weiteren Zyklen, die Haack in Form von vergrößerten Drucken ausgewählt hat.

Unter den zeitgenössischen Künstlern nimmt Horst Haack eine Sonderstellung ein – dies zu zeigen wird Ziel der Ausstellung in den Räumen der Galerie Trinkkuranlage sein. „Sein Werk will nicht gefallen. Es ist ein nonkonformistischer Appell an den Betrachter, die Welt wachsam aufzunehmen und kritisch zu reflektieren,“ betont der Vorstand des Kunstvereins und freut sich darüber, dieses bedeutende künstlerische Zeitzeugnis in Bad Nauheim zeigen zu können.

Die Vernissage findet am Freitag, den 27. September um 19 Uhr statt, der Künstler ist anwesend. Die Ausstellung kann bis 3. November zu den bekannten Öffnungszeiten besucht werden: Di-Frei 14-18, Sa, So und feiertags 11-18 Uhr.

Lesen Sie ier den vollständigen Beitrag…